am 19. Oktober 2017 in Düsseldorf

Foto zum Innovationsmotor Chemie NRW
Foto: Sylvia Galaschek

Bereits zum dritten Mal organisierte der Verband der chemischen Industrie (VCI) die Veranstaltung „Innovationsmotor Chemie“. Dieses Jahr fand die Impulskonferenz in Düsseldorf unter dem Thema „ready, steady, STARTUP“ statt. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist u.a. die Vorstellung und Diskussion innovativer Ideen aus dem Bereich Chemie die zur Gründung eines Startups geführt haben sowie die damit einhergehenden Chancen und Herausforderungen für GründerInnen, Großkonzerne, Investoren, Verbände und Hochschulen.

Auch JuWiChem war wieder dabei! Dieses Jahr durften wir in der Abschlussrunde „Lessons learned“ dieser hochkarätigen Veranstaltung eine Rednerin stellen. Katja Pöhlking, stellvertretende Vorsitzende der JuWiChem, hat die „junge Stimme“ rund um das Thema Gründen in der Chemie vertreten. Sie sieht in der zunehmend wachsenden Startup-Landschaft im Life Science-Bereich eine weitere Option des Berufseinstiegs für junge AbsolventInnen. Die vielfältigen Aufgabenbereiche, ein dynamisches Team, eine innovative Idee sowie die Möglichkeit ein Unternehmen mit aufzubauen und ein Produkt im Markt zu etablieren stellen eine spannende Herausforderung dar, durch die BerufseinsteigerInnen viel lernen und über ihre Grenzen hinauswachsen können.

Die TeilnehmerInnen waren begeistert vom Start der Impulskonferenz, die in Form einer lebhaften und argumentativ breit gefächerten Diskussion über die bestehende Infrastruktur für GründerInnen in NRW begann. So konnten sich die TeilnehmerInnen am Morgen mit den verschiedenen Denk- u. Herangehensweisen von Investoren, Großkonzernen, GründerInnen, ProfessorInnen und Verbänden vertraut machen bevor es am Nachmittag mit Vorträgen weiterging.

Was bewegte die RednerInnen? Nachfolgend einige ausgewählte Themenschwerpunkte und die daraus abzuleitenden „Lessons learned“:

  • Startups sollten mit dem Mittelstand zusammenarbeiten.
  • Große Unternehmen sollten gezielt zu früheren Zeitpunkten kleinere Aufträge an Startups vergeben, sodass ein Startup bereits vor seiner finalen Produktentwicklung erste Einnahmen erzielt. Dies sei eine Win-Win-Situation für beide: Der Großkonzern erhält einen ersten Einblick in die verwendete Technologie sowie die Zusammensetzung des Gründerteams. Das Startup-Team knüpft erste Kontakte in die Industrie und erhält erste Referenzen für seine Arbeit. Zudem wird das Startup-Budget entlastet. So kann das Startup in der nächsten Finanzierungsrunde einen höheren Investitionsbetrag bei den Investoren erzielen und weitere attraktive Investoren anziehen.
  • An den Hochschulen sollte ProfessorInnen und Promovierenden vermehrt die Möglichkeit gegeben werden ein vielversprechendes Forschungsergebnis patentieren statt publizieren zu lassen. Dabei müsse jedoch vermehrt darauf geachtet werden, dass der Patentanspruch gut formuliert wird. Nur so kann gewährleistet werden, dass mit dem Patent ein Produkt entwickelt und später im Markt etabliert wird. Denn ein Patent generiert nur Wert, wenn etwas daraus gemacht wird.
  • Es gibt kein Standardmodell für die Zusammenarbeit zwischen einem Großkonzern und einem Startup.
  • Etablierte Unternehmen und Startups sollten nicht nur zusammenarbeiten, um das jeweils eigene Produkt bzw. die genutzte Technologie weiterzuentwickeln, sondern zusätzlich das Wissen dieser zwei verschiedenen Welten nutzen, um neue Fragestellungen gemeinsam zu bearbeiten.
  • Studierende sollten zum Gründen ermutigt werden. Denn auch ein Misserfolg ist positiv anzuerkennen. In einem solchen Fall seien GründerInnen aufgrund ihrer Erfahrung bestens für das Berufsleben in einem etablierten Großkonzern geschult.
  • GründerInnen gibt es genug: Man solle alle Ideen & Patente frei auf dem Markt zur Verfügung stellen.

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Hauptorganisatoren VCI, DECHEMA und GDCh der Impulskonferenz „Innovationsmotor Chemie! Wir kommen gerne nächstes Jahr wieder und freuen uns schon auf eine Fortsetzung im Jahr 2019!

Katja Pöhlking
JuWiChem

Düsseldorf, 21.11.2017

Weitere Informationen finden Sie hier auf der Seite des VCI.

Innovationsmotor Chemie NRW „ready, steady, STARTUP“